Zu Hause oder öffentlich laden: Was kostet ein E-Auto wirklich pro Kilometer?

2026-07-19

„Was kostet ein E-Auto pro Kilometer?“ lässt sich in Deutschland ohne Ladeort nicht seriös beantworten. Wer überwiegend an der eigenen Wallbox lädt, hat einen anderen Arbeitspreis als ein Laternenparker mit Ladekarte, Roaming und häufigem HPC-Laden.

Die belastbare Rechnung trennt Fahrzeugverbrauch, Ladeverlust, kWh-Anteile und alle Grund-, Park- oder Blockierentgelte. So bleibt sichtbar, unter welchen Bedingungen der genannte Kilometerpreis gilt.

Kurzantwort

Die Ladekosten pro Kilometer hängen vom kWh-Anteil zu Hause, an öffentlichen AC-Punkten und am DC-Schnelllader ab. Rechnen Sie Ladeverluste zwischen Zähler und Batterie hinzu, gewichten Sie jeden Arbeitspreis nach geladener Energie und addieren Sie Grundpreis, Ladekartenabo und Blockier- oder Parkentgelt. Im Beispiel kostet ein Mix aus 70% Zuhause / 10% AC / 20% DC etwa 1.311 € im Jahr beziehungsweise 0,087 €/km; ausschließliches Laden zu Hause ohne Abo kostet etwa 891 € oder 0,059 €/km.

Diese Angaben brauchen Sie

  • Jahreskilometer aus Kilometerstand oder echten Strecken
  • Verbrauch des Fahrzeugs in kWh/100 km im eigenen Fahrprofil
  • Ladeverlust zwischen Stromzähler und Batterie, ohne Doppelzählung
  • kWh-Anteil zu Hause, an öffentlichem AC und am DC-Schnelllader—nicht Anzahl der Ladevorgänge
  • Zusätzlicher Haushalts- oder Autostrom-Arbeitspreis in der tatsächlich genutzten Zeit
  • Preis für Ad-hoc-Laden, Ladekarte, App oder Roaming am konkreten Ladepunkt
  • Monatlicher Grundpreis des nur fürs Laden genutzten Tarifs oder Abos
  • Jährliche Start-, Park- und Blockierentgelte

Formel

Batterie-kWh/Jahr = km/Jahr × kWh/100 km ÷ 100. Abgerechnete kWh/Jahr = Batterie-kWh × (1 + Ladeverlust). Gewichteter Preis = Zuhause-Anteil × Hauspreis + AC-Anteil × AC-Preis + DC-Anteil × DC-Preis. Jahreskosten = abgerechnete kWh × gewichteter Preis + 12 × Monatsgrundpreis + jährliche Start-/Blockierentgelte. Kosten/km = Jahreskosten ÷ Jahreskilometer.

Rechenbeispiel

Bei 15.000 km und 18 kWh/100 km braucht die Batterie 2.700 kWh; 10% Ladeverlust ergeben 2.970 abgerechnete kWh. 70% zu Hause zu 0,30 €/kWh, 10% AC zu 0,45 € und 20% DC zu 0,69 € ergeben 0,393 €/kWh. Mit 11,99 € Monatsabo entstehen 1.311,09 €/Jahr oder 0,087 €/km. Nur zu Hause und ohne Abo wären es 891 €/Jahr.

Sensitivitätsprüfung

Szenario Geänderte Annahme Ergebnis
Nur zu Hause 100% Hausstrom zu 0,30 €/kWh; kein Abo 891 €/Jahr; 0,059 €/km
Basismix 70% Zuhause, 10% AC, 20% DC; 11,99 €/Monat 1.311 €/Jahr; 0,087 €/km
Viel Schnellladen 50% Zuhause, 10% AC, 40% DC 1.543 €/Jahr; 0,103 €/km
Teurerer Hausstrom Hauspreis steigt auf 0,40 €/kWh 1.519 €/Jahr; 0,101 €/km
Abo gekündigt Gleicher Mix; Monatsgrundpreis null 1.167 €/Jahr; 0,078 €/km

Eigene Ladepreise und kWh-Anteile pro Kilometer berechnen

Grenzen der Rechnung

  • Die Beispielpreise sind editierbare Annahmen, kein Deutschlanddurchschnitt. Haushaltsvertrag, Autostromtarif, Betreiber, Ladeleistung, Ladekarte, Roaming und Ad-hoc-Zahlung ändern den Preis.
  • Öffentliche Ad-hoc-Preise pro kWh und mögliche Grundpreise müssen vor Ladebeginn sichtbar sein. Zusätzliche Park- oder Blockierentgelte sind trotzdem gesondert zu prüfen.
  • Wallbox, Elektroinstallation, Anmeldung und mögliche Leistungs- oder Grundpreiserhöhung werden hier nicht abgeschrieben. Sie gehören in die Gesamtkostenrechnung.
  • WLTP-Verbrauch kann bei Autobahn, Kälte, Steigung, Beladung, Heizung und Vorkonditionierung abweichen. Ersetzen Sie ihn später durch gemessene Zähler-kWh pro Kilometer.

Quellen und Prüfung

Zuletzt geprüft:

Rechner für Ladekosten pro Kilometer

Ersetzen Sie die Beispiele durch Stromvertrag und Preis am Ladepunkt. Die Anteile sind kWh Zuhause / öffentliches AC / DC-Schnellladen.

Ladekosten pro Jahr
Ladekosten pro km
Gewichteter Energiepreis
Energie in der Batterie
Abgerechnete Netz-/Ladesäulenenergie
Vergleich nur Hausstrom
Mehrkosten gegenüber Hausstrom

Allgemeine Lernrechnung, kein Strom- oder Ladeangebot und ohne Wallboxinstallation. Prüfen Sie Vertrag, App und Preisanzeige vor dem Laden.

Hausstrom bedeutet zusätzlicher Arbeitspreis, nicht Durchschnittsabschlag

Der Strompreis enthält Beschaffung, Vertrieb, Netzentgelt, Steuern, Abgaben und Umlagen. Für das Auto zählt der Preis der zusätzlichen kWh im gewählten Haushalts- oder Autostromtarif. Der bestehende Grundpreis wird nicht vollständig dem Fahrzeug zugeschlagen; ein zusätzlicher Zähler, höherer Grundpreis oder eine nur fürs Laden abgeschlossene Option dagegen schon.

Bei steuerbaren Wallboxen können Netzentgeltreduzierungen nach § 14a EnWG relevant sein. Die Bundesnetzagentur weist aber auf die konkrete Umsetzung durch Netzbetreiber und Lieferanten hin. Tragen Sie deshalb den tatsächlich bestätigten Vorteil ein, nicht einen Maximalwert aus Werbung.

Ad-hoc-Preis, Ladekarte und Roaming getrennt vergleichen

Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssen Ad-hoc-Arbeitspreis und ein möglicher verbrauchsunabhängiger Grundpreis vor dem Laden sichtbar sein. Betreiber dürfen Preise grundsätzlich im Wettbewerb festlegen; öffentlich zugänglich bedeutet daher weder einheitlich noch automatisch günstig.

Prüfen Sie am konkreten Ladepunkt kWh-Preis, Ladeleistung, Zahlungsweg, Parkregel und Blockierentgelt. Die Ladesäulenkarte hilft beim Auffinden gemeldeter AC- und Schnellladepunkte, ersetzt aber nicht die aktuelle Preisanzeige.

Das Ladekartenabo braucht einen kWh-Gleichstand

11,99 € pro Monat kosten 143,88 € im Jahr. Teilen Sie diesen Betrag durch den Preisnachlass pro kWh: Bei 0,10 € Rabatt wären mindestens 1.439 öffentliche kWh nötig. Wer darunter bleibt, zahlt trotz niedrigerem Kartenpreis insgesamt mehr.

Der Basiswert von 0,087 €/km gilt nur für den veröffentlichten Mix und die veröffentlichten Preise. Steigt der DC-Anteil von 20% auf 40%, erhöht sich der Beispielwert auf rund 0,103 €/km.

Wallbox und Fahrzeug bleiben eigene Kostenblöcke

Installation, Anmeldung, Kaufpreis, Versicherung, Wartung, Steuer und Restwert gehören nicht in den reinen Ladestrompreis. Führen Sie das Ergebnis deshalb im vollständigen E-Auto-gegen-Verbrenner-TCO-Vergleich weiter.

Allgemeine Lernrechnung, kein Strom-, Lade-, Installations- oder Kaufangebot. Prüfen Sie Vertrag und Preisanzeige unmittelbar vor dem Laden.

Häufige Fragen

Wie berechnet man Ladekosten eines E-Autos pro Kilometer?
Kilometer mal kWh/100 km ergeben den Batteriestrom. Addieren Sie Ladeverluste, gewichten Sie Hausstrom, öffentliches AC und DC nach kWh-Anteil und addieren Sie Grund-, Start-, Park- und Blockierentgelte. Teilen Sie dann die Jahreskosten durch die Kilometer.
Nehme ich den Bordcomputer oder den Wallbox-Zähler?
Beim Bordcomputer muss der Verlust zwischen Netz und Batterie zusätzlich berücksichtigt werden. Haben Sie bereits Zähler-kWh durch gefahrene Kilometer geteilt, ist der Verlust enthalten und darf nicht doppelt angesetzt werden.
Ist öffentliches Schnellladen immer teurer als Hausstrom?
Häufig ja, aber Vertrag, Autostromtarif, Betreiber, Ladeleistung, Ladekarte, Roaming und Ad-hoc-Preis entscheiden. Vergleichen Sie die Preise, die am konkreten Ladepunkt für Ihre Zahlungsart gelten.
Wann lohnt sich ein Ladekartenabo?
Wenn die Preisersparnis auf die tatsächlich bezogenen öffentlichen kWh größer als alle Monatsgrundpreise ist. Monate mit wenig oder keinem öffentlichen Laden zählen mit.
Sind Wallbox und Installation in den Kosten pro km enthalten?
Nein. Der Rechner behandelt Energie und laufende Ladeentgelte. Wallbox, Elektroarbeiten, Anmeldung und Finanzierung gehören zusätzlich in die Fahrzeug-Gesamtkosten.