E-Auto oder Verbrenner: So vergleichen Sie die Gesamtkosten

2026-07-19

Niedrigere Stromkosten allein machen ein E-Auto nicht wirtschaftlicher. Kaufpreis, bewilligte Förderung, Wallbox, Versicherung, Kfz-Steuer, Wertverlust und Restwert müssen für dieselbe Haltedauer und zwei wirklich vergleichbare Fahrzeuge berechnet werden.

Der Rechner setzt die Förderung im Basisfall auf null. So bleibt sichtbar, ob das Fahrzeug auch ohne einen noch ungeprüften Zuschuss trägt.

Kurzantwort

Ein E-Auto ist erst dann günstiger, wenn seine Gesamtkosten über Ihre tatsächliche Haltedauer niedriger sind. Vergleichen Sie gleichwertige Fahrzeuge mit Barpreis, tatsächlich bewilligter Förderung, Wallbox, Finanzierung, Strom oder Benzin, Versicherung, Wartung, Kfz-Steuer und Restwert. Im Fünfjahresbeispiel kostet das E-Auto 34.552 € und der Verbrenner 35.431 €; der Vorsprung von 879 € verschwindet bei teurem Ladestrom oder niedrigerem Restwert.

Diese Angaben brauchen Sie

  • Verbindliche Endpreise für zwei in Größe, Ausstattung und Nutzwert vergleichbare Fahrzeuge
  • Nur die nach dem Förderportal bestätigte Kaufprämie; bei offener Einkommens-, Familien- oder Fahrzeugprüfung zunächst null
  • Wallbox, Elektroinstallation, Zulassung, Finanzierung und weitere einmalige Kosten
  • Reale Jahresfahrleistung und geplante Haltedauer
  • Gewichteter Arbeitspreis für Hausstrom, separaten Autostromtarif, Arbeitgeber und öffentliches Schnellladen
  • kWh/100 km einschließlich Ladeverlusten sowie L/100 km im gleichen Fahrprofil
  • Versicherungsangebote, Wartung, Reifen und jährliche Kfz-Steuer für beide Fahrzeuge
  • Vorsichtige Restwerte bei identischem Alter und Kilometerstand

Formel

E-Auto-TCO = Kaufpreis − bestätigte Förderung + Anfangskosten + Jahre × (Strom + Versicherung + Wartung + jährliche Steuer) − Restwert. Verbrenner-TCO = Kaufpreis + Anfangskosten + Jahre × (Kraftstoff + Versicherung + Wartung + jährliche Steuer) − Restwert. Strom/Jahr = km × kWh/100 km ÷ 100 × (1 + Ladeverlust) × €/kWh. Kraftstoff/Jahr = km × L/100 km ÷ 100 × €/L.

Rechenbeispiel

Das E-Auto kostet 44.000 €, der Verbrenner 33.000 €; eine noch nicht bestätigte Prämie wird mit null angesetzt. Einmalige Kosten betragen 1.800 € und 1.000 €. Bei fünf Jahren, 15.000 km jährlich, 18 kWh/100 km, 10% Ladeverlust und 0,32 €/kWh entstehen 950 € Stromkosten im Jahr. 6,5 L/100 km zu 1,75 €/L ergeben 1.706 € Kraftstoff. Mit Versicherung, Wartung, Steuer und Restwerten von 23.000 € und 16.000 € liegen die TCO bei 34.552 € und 35.431 €: Das E-Auto liegt 879 € vorn.

Sensitivitätsprüfung

Szenario Geänderte Annahme Ergebnis
Basisfall 0,32 €/kWh; 1,75 €/L; 15.000 km/Jahr E-Auto 34.552 €; Vorteil 879 €
Teurer Ladestrom Gewichteter Strompreis 0,50 €/kWh E-Auto 37.225 €; Verbrenner 1.794 € günstiger
Teureres Benzin Benzinpreis 2,00 €/L Verbrenner 36.650 €; E-Auto 2.098 € günstiger
Bewilligte Förderung 3.000 € Kaufprämie tatsächlich bewilligt E-Auto 31.552 €; Vorteil 3.879 €
Niedriger E-Auto-Restwert Restwert nur 18.000 € E-Auto 39.552 €; Verbrenner 4.121 € günstiger

Eigene Angebote und Tarife im vollständigen TCO-Rechner prüfen

Grenzen der Rechnung

  • Das im Mai 2026 gestartete Förderprogramm staffelt den Zuschuss nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße. Tragen Sie den Bescheid ein; der Maximalbetrag von 6.000 € ist kein Standardrabatt.
  • Reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis Ende 2030 können bis zu zehn Jahre, längstens bis Ende 2035, von der Kfz-Steuer befreit sein. Plug-in-Hybride sind anders zu behandeln.
  • Haushaltsstrom, Autostromtarif, Grundpreis, Blockierentgelt und Schnellladen müssen nach realem kWh-Anteil gewichtet werden. Ein einzelner Werbepreis reicht nicht.
  • Restwert, Versicherung und Haltedauer können einen kleinen Betriebskostenvorteil umkehren. Die Rechnung ist keine Kauf-, Förder-, Steuer- oder Finanzierungsberatung.

Quellen und Prüfung

Zuletzt geprüft:

Vollständiger TCO-Rechner für E-Auto und Verbrenner

Ersetzen Sie die Beispielwerte durch vergleichbare Endpreise, Tarife und Bescheide. Eine noch nicht bewilligte Förderung bleibt null.

E-Auto-Gesamtkosten
Verbrenner-Gesamtkosten
Kostendifferenz
Strom pro Jahr
Benzin pro Jahr
Netto-Wertverlust E-Auto
Wertverlust Verbrenner
E-Auto-Kosten pro km
Verbrenner-Kosten pro km

Allgemeine Lernrechnung, keine Kauf-, Förder-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Prüfen Sie Angebot, Bescheid, Versicherung, Steuer, Tarif und Restwert.

Die neue Kaufprämie ist kein pauschaler Rabatt

Die Bundesregierung startete im Mai 2026 ein Förderprogramm für neu zugelassene E-Autos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender. Für Privatpersonen liegt die Förderung je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße zwischen 1.500 € und 6.000 €. Maßgeblich sind Antrag und Bewilligung, nicht der Höchstbetrag einer Überschrift.

Tragen Sie einen Zuschuss erst ein, wenn die konkrete Zulassung und der Haushalt die Bedingungen erfüllen. Leasing benötigt außerdem eine eigene Zahlungsreihe aus Sonderzahlung, Monatsraten, Laufzeit, Kilometergrenze, Rückgabe und Kaufoption.

Kfz-Steuerbefreiung und Verbrennersteuer getrennt erfassen

Für reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 wurde die Steuerbefreiung verlängert: bis zu zehn Jahre, höchstens bis Ende 2035. Diese Regel gilt nicht pauschal für jede Hybridform. Setzen Sie das E-Auto im passenden Zeitraum auf null und den Verbrenner mit dem tatsächlichen Steuerbescheid an.

Versicherung, Wartung und Reifen benötigen modellspezifische Angebote. Ein fehlender Ölwechsel ist keine Nullwartung; Gewicht, Reifendimension, Reparaturweg, Selbstbeteiligung und Ersatzteilpreise können das Ergebnis verändern.

Hausstrom und Schnellladen brauchen einen gewichteten Tarif

Berechnen Sie den Arbeitspreis nach kWh-Anteilen aus Haushaltsstrom, Autostromtarif, Arbeitgeber und öffentlichem AC/DC-Laden. Grundpreis oder Blockierentgelt wird nur aufgenommen, wenn es durch das Fahrzeug zusätzlich entsteht. Im Beispiel dreht ein gewichteter Preis von 0,50 €/kWh den 879-€-Vorsprung des E-Autos in einen 1.794-€-Vorteil des Verbrenners.

Der Restwert ist noch empfindlicher: 18.000 € statt 23.000 € beim E-Auto machen den Verbrenner 4.121 € günstiger. Dokumentieren Sie deshalb mindestens Basis-, teurer-Strom- und niedriger-Restwert-Szenario.

Allgemeine Lernrechnung, keine Kauf-, Förder-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Prüfen Sie Angebot, Förderbescheid, Steuer, Versicherung, Tarif und Restwert vor Vertragsabschluss.

Häufige Fragen

Welche Kosten gehören in den Vergleich E-Auto gegen Verbrenner?
Endpreis, tatsächlich bewilligte Förderung, Wallbox und Finanzierung, Energie, Versicherung, Wartung, Reifen, Kfz-Steuer und Restwert müssen für dieselbe Haltedauer erfasst werden.
Kann ich pauschal 6.000 Euro E-Auto-Prämie abziehen?
Nein. Das 2026 gestartete Programm staffelt den Betrag nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße. Bis zur bestätigten Bewilligung gehört im Basisfall null in die Rechnung.
Wie lange gilt die Kfz-Steuerbefreiung?
Reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis Ende 2030 können bis zu zehn Jahre, längstens bis Ende 2035, befreit sein. Erstzulassung und Fahrzeugart müssen konkret geprüft werden.
Wie berechne ich gemischte Ladekosten?
Gewichten Sie Haushalts- oder Autostrom, Arbeitgeberladen und öffentliches AC/DC-Laden nach dem realen kWh-Anteil. Grund- und Blockierentgelte gehören hinzu, wenn sie durch das Fahrzeug entstehen.
Warum ist der Restwert so wichtig?
Der Wertverlust ist häufig größer als die Energiekostendifferenz. Ein um einige Tausend Euro niedrigerer Restwert kann einen kleinen Stromkostenvorteil vollständig umkehren.