So berechnen Sie die tatsächlichen Kosten einer 0%-Finanzierung

2026-07-18

Bei einer 0%-Finanzierung entscheidet nicht die Werbezeile, sondern der Zahlungsplan. Stellen Sie dem heute verfügbaren Barpreis jede Rate und jedes Pflichtentgelt gegenüber. Ist beides identisch und gibt es keine Zusatzkosten, kann der normale Zahlungsfall tatsächlich zinsfrei sein. Ein höherer Ratenpreis oder ein gekoppeltes Produkt ändert die Rechnung.

Kurzantwort

Eine beworbene 0%-Finanzierung verursacht Finanzierungskosten, sobald der Ratenpreis über dem Barpreis liegt oder ein Pflichtentgelt hinzukommt. Stellen Sie alle Zahlungen auf einer Zeitachse dem Barpreis gegenüber. Ein pauschaler Aufschlag von 3 % über zwölf nachschüssige Monatsraten ergibt in dieser vereinfachten Rechnung rund 5,63 % effektiven Jahreszins.

Diese Angaben brauchen Sie

  • Heute tatsächlich verfügbarer Barpreis einschließlich Sofortrabatt
  • Anzahlung, Bearbeitungsentgelt oder Abschlusskosten
  • Betrag und Fälligkeit jeder Rate
  • Verpflichtende Versicherung, Karte, Konto- oder Zusatzleistung
  • Zins nach der Aktionsphase und Verzugsfolgen, getrennt vom Normalfall
  • Effektiver Jahreszins und Europäische Standardinformationen des Kreditgebers

Formel

r lösen: 0 = Barpreis − Anfangskosten − Σ(Rate_t ÷ (1 + r)^t); geschätzter effektiver Jahreszins = ((1 + r)^12 − 1) × 100

Rechenbeispiel

Der Barpreis beträgt 2.400 €, angeboten werden zwölf Raten zu je 206 €. Insgesamt fließen 2.472 €, also 72 € beziehungsweise 3 % mehr. Die Abzinsung der Raten in den Monaten 1 bis 12 ergibt rund 0,458 % pro Monat und einen geschätzten effektiven Jahreszins von etwa 5,63 %.

Sensitivitätsprüfung

Szenario Geänderte Annahme Ergebnis
Ohne Aufschlag 12 × 200 € 0,00 % geschätzter Jahreszins
3 % in sechs Monaten 6 × 412 € Rund 10,71 % pro Jahr
3 % in zwölf Monaten 12 × 206 € Rund 5,63 % pro Jahr
3 % in 24 Monaten 24 × 103 € Rund 2,89 % pro Jahr

Eigenen Ratenplan im englischen Rechner prüfen

Grenzen der Rechnung

  • Das Ergebnis ist eine Zahlungsstrom-Schätzung und keine rechtliche Berechnung der Pflichtangabe. Welche Kosten, Steuern, Termine und Nebenleistungen einzubeziehen sind, bestimmen die anwendbaren Regeln.
  • Sofort fällige erste Raten, Zahlpausen, ungleiche Raten, Schlussraten oder variable Zinsen benötigen den genauen Zahlungsplan.
  • Ein niedriger Zinssatz beweist keine Tragbarkeit. Addieren Sie alle laufenden Raten und prüfen Sie Verzug sowie einen eventuell gekoppelten Rahmenkredit.

Quellen und Prüfung

Zuletzt geprüft:

Barpreis statt Monatsrate als Ausgangspunkt

Notieren Sie den Preis, den der Händler bei sofortiger Zahlung wirklich verlangt. Kostet ein Möbelstück bar 2.350 €, über die Finanzierung aber zwölfmal 200 €, beträgt der wirtschaftliche Aufschlag 50 € – auch wenn im Kreditvertrag kein Sollzins ausgewiesen ist. Eine unverbindliche Preisempfehlung ist nur dann ein sinnvoller Vergleich, wenn sie tatsächlich der Barpreis ist.

Erfassen Sie außerdem Pflichtkosten: Bearbeitungsentgelt, Kontoführung, Karte, Restschuldversicherung oder andere Nebenleistungen. Optionale Produkte sollten separat stehen. So bleibt sichtbar, welcher Betrag ausschließlich für den Zugang zur Finanzierung anfällt.

0 % für den Einkauf, anderer Zins für den Rahmen

Prüfen Sie, ob neben dem festen Ratenkredit eine Karte oder ein Rahmenkredit eröffnet wird. Der Aktionszins kann auf den ersten Einkauf und einen begrenzten Zeitraum beschränkt sein. Weitere Verfügungen, eine zu niedrige Mindestrate oder die Zeit nach der Aktion können anderen Bedingungen folgen. Rechnen Sie diese Zahlungsströme nicht stillschweigend als 0 % weiter.

Schätzung und gesetzliche Pflichtangabe trennen

Die IRR-Rechnung zeigt, welcher monatliche Zinssatz den Barpreis und die Raten rechnerisch ausgleicht. Der gesetzliche effektive Jahreszins folgt dagegen definierten Vorgaben zu Kosten und Annahmen. Nutzen Sie den Rechner für eine Plausibilitätsprüfung, vergleichen Sie Kreditangebote aber anhand ihrer offiziellen Europäischen Standardinformationen.

Ratenstapel vor dem Abschluss prüfen

Eine kleine Einzelrate wirkt harmlos, mehrere parallele Verträge können jedoch den verfügbaren Monatsbetrag binden. Addieren Sie alle laufenden Raten, prüfen Sie Fälligkeit und Verzugsfolgen und halten Sie einen Notfallpuffer frei. Im englischen Rechner können Sie einen regelmäßigen Monatsplan lokal im Browser testen; unregelmäßige Termine benötigen eine genauere, datierte Rechnung.

Allgemeine Bildungsrechnung. Sie ersetzt weder die vertragliche Pflichtangabe noch Bonitätsprüfung, Finanz- oder Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist eine 0%-Finanzierung wirklich kostenlos?
Nur wenn Ratenpreis und Barpreis identisch sind, keine Pflichtkosten entstehen und kein verfügbarer Sofortrabatt verloren geht. Verzugs- oder Folgekosten gehören in ein separates Risikoszenario.
Warum werden aus 3 % Aufschlag mehr als 3 % pro Jahr?
Die Rate reduziert den offenen Betrag jeden Monat, der Aufschlag bezieht sich aber auf den vollen Ausgangspreis. Bei zwölf nachschüssigen Monatsraten ergibt das vereinfachte Beispiel rund 5,63 % effektiven Jahreszins.
Welcher Barpreis gehört in die Rechnung?
Verwenden Sie den heute tatsächlich angebotenen Preis ohne Finanzierung und ziehen Sie einen sicher verfügbaren Sofortrabatt ab. Ein unverbindlicher Listenpreis ist kein belastbarer Vergleich.
Ist das Ergebnis der gesetzliche effektive Jahreszins?
Nicht zwingend. WorthCalc berechnet eine Zahlungsstrom-Schätzung. Für die gesetzliche Pflichtangabe gelten definierte Kosten, Termine und Annahmen; maßgeblich sind die Unterlagen des Kreditgebers.
Woran erkenne ich einen gekoppelten Rahmenkredit?
Prüfen Sie, ob neben dem Ratenkauf eine Karte oder ein zusätzlicher Kreditrahmen eröffnet wird. Das 0%-Versprechen kann nur für den ursprünglichen Einkauf gelten, während weitere Verfügungen einen variablen Zins tragen.